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02/2018 Findom und Cashslavery

Read „Findom und Cashslavery“ in English.

Der besondere sexuelle Reiz des „monetären Bondage“ – In meiner langjährigen Karriere als Dominus habe ich selten eine sexuelle Spielart so häufig und intensiv diskutieren müssen, denn viele rümpfen bei Findom und Cashslavery die Nase und schieben sie reflexartig in den kriminellen Bereich. Klären wir mit Hilfe eines klassischen Verlaufes eines solchen Spieles mal ab, wie diese Dinge funktionieren und aus welcher Motivation heraus sie geschehen.

Wie läuft Findom ab

Es wird in der Regel als Facette in eine Live Action eingebunden, bekommt aber eher eine untergeordnete Rolle oder stellt den Rahmen – bzw. die Einleitung des Treffens dar. Eine Live Sitzung, die sich ausschließlich auf Cashslavery oder Findom konzentriert, habe ich bisher noch nicht erlebt. Kann aber auch geschmacklich begründet sein, denn mir wäre das persönlich dann doch etwas zu wenig Action. Einen realen Erlebnisbericht eines meiner Cash-Slaves kannst du auf der meiner StudioLux-Webseite nachlesen.

Ein Onlinespiel bietet sich bei dieser Thematik also eher an, weil Geld im Vergleich zu allen anderen sexuellen Spielen sowieso eher virtuell schmerzt. Man kann sich dann auf diese Facette der Sexualität konzentrieren und wird nicht durch Körperliches abgelenkt. Während der Mensch einem eben physisch Gutes oder Schlechtes zufügen kann, bleibt Geld eben immer eine reine Kopfsache – außer wenn man sich mal am Papier schneidet ;-).

Der Passive setzt in einem Dialog entsprechende Signale. Stichwörter hier sind „Zahlschwein“, „Geldsklave“, „Abzocke“ und so weiter. Wie der Minirock einer Frau brillieren diese Wörter den Aktiven in einem Dialog an. Dem Skeptiker sei nun gesagt, genauso wenig wie der Minirock angezogen wird, weil „es so warm ist“ werden diese Ausdrücke bzw. Themen verwendet und erörtert, weil man sich einfach mal „nett darüber“ unterhalten will.

Der Aktive muss nun nach dem „Aufhänger“ suchen. Also was ist der Punkt, den der Mann „fürchtet“ und dessen Qual zu durchleben ihm zeitgleich eine solche intensive sexuelle Erregung beschert sowie dem Aktiven zeitgleich die Erpressungsmacht verschafft. Das kann eine private oder berufliche Bloßstellung sein, z.B.: Seine Frau oder sein Arbeitgeber erfährt von seinen schwulen Aktivitäten sowie aber auch das alleinige „bestohlen“ Werden wird oft als sexuell erregend empfunden.

Spätestens jetzt ballen die Skeptiker vor Wut ihre Fäuste: „So was kann doch keiner gut finden!“ Meine lieben „toleranten Mitbürger“: Dem heterosexuellen Mann rollen sich auch formvollendet die Fußnägel auf bei dem Gedanken, haarige Männerbeine zu streicheln, trotzdem ist der schwule Wunsch da, seit Jahrhunderten wirksam und mittlerweile auch salonfähig. Selbst der dusseligste Hetero-Bauer hat mittlerweile begriffen, dass Sexualität mehr ist als ein bisschen vaginale Penetration bei Kerzenlicht.

Motivation hinter Findom und Cashslavery

Auch wenn man sich der Tatsache nicht immer so bewusst ist, man steckt ganz häufig in fiktiven oder bereits real erlebten Rollen: Der Macher, das Mäuschen, der Gebende, der Zärtliche, der Unschuldige, das Opfer, der Harte… alle diese Rollen durchlebt jeder gern während der Sexualität und in der Regel geht es um das Spannungsfeld Macht und Ohnmacht.

Ob nun jemand zu mir kommt und sich von mir an das Andreaskreuz fesseln lässt oder mir virtuell durch Offenbarung seiner TAN-Liste ermöglicht, mit seinen Ängsten wirkungsvoll zu spielen, das Prinzip ist immer das Gleiche: der Andere kann sich dann als hilfloses Opfer fühlen, als Spielball in einem Spiel, in dem der Aktive eben Macht hat und der Passive eben nicht (mehr).

Die Wirkungsintensität eines jeden Spiels steigt natürlich mit dem realistischen Anspruch daran. Was dieses Spiel so realistisch macht? Natürlich der Geldfaktor. Nicht nur, dass der Geldverlust den Passiven etwas schmerzt, so ist er auch zusätzlich ein Ansporn für den Aktiven.

Nun zurück zum Ablauf. Meistens muss man nicht lange forschen, sondern man bekommt dieses virtuelle Fesselinstrument irgendwann vom Passiven frei Haus geliefert, denn schließlich will der Passive, dass er irgendwann in diesen „Fesseln“ liegt.

Wichtig hierbei sind wirkliche Fakten – meist in Form von diffamierenden Fotos, private Daten, Kontonummern, TAN-Listen usw. Ja, es scheint paradox, aber man bekommt diese Beweise relativ zügig. Ich fordere diese i.d.R. unter einem anderen Vorwand ab. Wenn die Falle dann zuschnappen kann, dann beginnt das eigentliche Spiel.

Es wird dann schön mit deinem Opfer gespielt wie vergleichsweise eine Katze, die eine Maus lebend gefangen hat. Wenn der soziale Kontext ängstlich macht, dann sprichst du darüber, was die Frau wohl sagt, wenn sie Bilder sehen wird, wenn ich diese Bilder vorzeige. Wenn das Abzocken als Solches das Spiel rockt, dann wird fein mit dem Teamviewer und allen notwendigen Angaben vor den Augen des Anderen in Seelenruhe eine Überweisung auf das eigene Konto getätigt.

Geschenke im Findom

Die Menschen, die einem stetig Geldgeschenke machen aus einer Wertschätzung heraus, gehören im Übrigen nicht direkt in diese Kategorie – aber die Begriffe ähneln sich (z.B. Zahlschweine, „Online-Sklaven“). Ebenfalls fließt hier zwar das Geld für scheinbar wenig Leistung (der Dominante sendet z.B. Fotos oder zeigt sich über die Cam), aber es wird keine „erzwingende Situation“ hergestellt.

Das Findom und Cashslavery Spiel beherrschen Frauen auch noch etwas besser. Ich höre da meinen Kolleginnen immer gern zu: „Du kannst froh sein, dass ich mich dir überhaupt zeige!“ Erst nach einer gewissen Zeit, wenn der Kult um die dominante Person so hoch ist und die Sklaven den Beatles Fans der 60iger Konkurrenz machen könnten, dann werden sie zu Zahlschweinen und kopflos. Man könnte sie dann bis in den Ruin treiben. In der Regel findet so etwas aber nicht statt.

Um da sicherzugehen, sollte der Passive sich genau anschauen, wem er diese Macht anvertraut. Würdest du den anvisierten Spielpartner dein Portemonnaie auf der Straße kurz halten lassen, damit du dir die Schuhe zubinden kannst? Wenn nein, dann traue ihm auch keine waghalsigen Online-Spiele zu. Anzahl der Referenzen, Alter des Profils usw. geben auch Aufschluss über die Seriosität einer Person.

Ich hingegen speichere immer die Dialoge ab, um mich rechtlich etwas abzusichern. Jeder Vollpfosten erkennt an den Dialogen, dass der Passive dieses Spiel absichtlich herbeigeführt hat. Aber genauso wenig wie sich bisher ein Spankingfan über einen roten Po beschwert hat, beschwert sich ein Erpessungsopfer über den Geldverlust. Die einzige Reaktion ein paar Wochen später ist ein Kontaktversuch des Passiven mit der Bitte um Wiederholung. So ist es eben, wenn das Ziel erfüllt wird.

Möchtest Du mehr lesen? Hier hat ein Spielpartner sein Erlebnisbericht geschildert.

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